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Da die hashtag.business die wichtigste Social Media Konferenz in Deutschland ist, durfte ich dort natürlich nicht fehlen. Falls ihr die Konferenz verpasst habt ist das gar kein Problem. Ich werde euch die wichtigsten Insights hier vorstellen.

Agenda der hashtag.business Konferenz

UhrzeitThemaSpeaker
09:00 - 09:30Eröffnung
Das Hashtag-Business - Entwicklung und Status Quo im Social Web
Felix Beilharz
09:30 - 10:15 Fans sind die besseren Kunden – Wie ein Fotograf durch Social Media zur Marke wurdeCalvin Hollywood
10:15 - 11:00So ein Saftladen – Community Management a la true fruitsNic Lecloux, true fruits
11:00 - 11:20Pause
11:20 - 12:00 Social Media Marketing im B2B-Umfeld - KRONES zeigt, wie's gehtMaria Seywald, KRONES AG
12:00 - 12:45 Snapchat, WhatsApp, Livestream – Arbeitgebermarketing bei REWE Melanie Berthold & Maren Kaspers, REWE
12:45 - 14:00 Mittagspause
14:00 - 14:30 Diskussionspanel / Q&A: 3 Social Media Anwender im PraxisgesprächPeter Heinrichs, Robert Kronekker, Andre Jochheim
14:30 - 15:15Snapchat, Instagram, Tinder & Co. - Wie SIXT besondere Wege gehtChristoph Assmann, SIXT
15:15 – 15:40 Pause
15:40 - 16:15 Social Media Recht Update 2016RA Niklas Plutte
16:15: - 16:45Digital Durchstarten – Ihre Kunden sind mobil, sind Sie es auch?Arne Henne, Facebook
16:45 - 17:00Verlosung, Verabschiedung
Dann Ausklang bei Kölsch

 

Wie ihr seht, wurden auf der hashtag.business eine Menge interessanter Vorträge gehalten. Ich werde euch zuerst die Insights aus diesen Vorträgen vorstellen und am Ende gibt es mein Fazit der Konferenz. Viel Spaß beim Lesen und Lernen 😉

 

Das Hashtag-Business – Entwicklung und Status Quo im Social Web (Felix Beilharz)

 

Gestartet wurde die hashtag.business von ihrem Organisator, dem Social Media Experten Felix Beilharz. Dieser stellte kurz die aktuellen Social Media Trends vor:

  • Trend 1: Mobile first. Mittlerweile wird mehr auf dem Smartphone gesurft als auf dem Desktop und das Smartphone ist ein ständiger Begleiter. Um die Nutzer hier zu erreichen sind reichweitenstarke Social Networking Apps entscheidend.
  • Trend 2: Messenger auf dem Vormarsch. Facebook und WhatsApp sind unter den meist genutzten Apps. Der Facebook Messenger wird mit immer mehr Funktionen ausgebaut (Stichwort Chatbots).
  • Trend 3: Ephemeral Marketing: Inhalte sind flüchtig. Dieser Trend wird vor allem von Snapchat getrieben, da Inhalte häufig nur ein Tag aktiv sind (Anm.: Snapchat steuert dieser Entwicklung momentan selber mit „Memorys“ entgegen).
  • Trend 4: Live Streaming. Periscope (gehört zu Twitter) ist einer der wichtigsten Live-Streaming-Anbieter. Allerdings bietet auch Facebook mittlerweile Live Streaming an und ist damit sehr erfolgreich, da es auf seine große Nutzerbasis zugreifen kann.
  • Trend 5: 360 Grad und Virtual Reality. Das produzieren von 360 Grad Bildern und Videos ist mittlerweile sogar mit einem einfachen Smartphone möglich. Auch Facebook unterstützt das teilen von 360 Grad Content. Insgesamt ist Virtual Reality ein Thema dem von Facebook große Bedeutung zugemessen wird.

 

Ich kann der Auswahl der wichtigsten Trends zu einem großen Teil zustimmen. Insbesondere mobile first und damit zusammenhängend die wachsende Bedeutung von Messaging Apps und Live Streaming sind Trends die 2016 und darüber hinaus von enormer Bedeutung sind.

Bei dem Thema Ephemeral Marketing sehe ich im Moment jedoch eher eine Gegenbewegung. Der größte Driver dieses Trends Snapchat hat mit der Einführung von Memorys einen entschiedenen Schritt hin zu bleibendem, such-barem Content gemacht. Auch die beiden größten Live-Streaming Anbieter (Periscope und Facebook) ermöglichen es diese Videos zu speichern und längerfristig zugänglich zu machen.

Auch bei 360 Grad Content und Virtual Reality glaube ich, dass diese erst 2017 für die Mehrheit der Menschen interessant werden. Es lohnt sich allerdings trotzdem, sich schon einmal mit der Technologie vertraut zu machen um einer der first mover sein zu können.

 

Fans sind die besseren Kunden – Wie ein Fotograf durch Social Media zur Marke wurde (Calvin Hollywood)

 


Das ist eine der Kernaussagen von Calvin Hollywood, einem Fotografen der es durch Social Media zu großer Bekantheit gebracht hat. Mit dieser Reichweite lässt sich dann eine loyale Community aufbauen. Dazu muss mal allerdings gewillt sein viel, hochqualitativen, relevanten und kostenlosen Content für diese Community zu erstellen.

Für Calvin hat Social Media die folgenden Vorteile:

  • Community-Faktor: Die eigenen Fans sind Influencer, die für die Marke sprechen und so bei anderen Vertrauen aufbauen.
  • Umsatz-Faktor: Obwohl Fans alleine als Kunden nicht reichen, helfen sie auch werblichen Posts durch Interaktionen mit zum Erfolg.
  • Zeit sparen: Die Community hilft bei Problemen weiter. Häufig schneller als das Internet oder ein Profi.

Um den Zuhörern soviel Wert wie möglich zu liefern, hat er darauf seine Top 5 Strategien vorgestellt.

Top 5 Social Media Strategien von Calvin Hollywood
Der Social Media Zug

Erstmal auf jeden Zug aufspringen. Das bedeutet sich auf der Plattform umzuschauen um zu sehen, wer dort aktiv ist und was für Content dort funktioniert. Dabei sollte die Plattform wirklich für 2-3 Wochen intensiv genutzt werden. Danach kann entschieden werden ob die Plattform weiter genutzt werden sollte oder nicht. Man sollte sich nicht nur kurz umschauen und dann irritiert aufgeben (Stichwort:Snapchat).

Content is King

Calvin teilt seinen Content in 3 Kategorien ein. Persönlicher Content ist wichtig. Hier kann man Mitarbeiter oder sich selbst vorstellen. Dabei ist es wichtig authentisch zu sein und die Maske abzunehmen. Die nächste Kategorie ist viraler Content. Dabei ist es wichtig das der Post mit der Branche zu tun hat, witzige Elemente enthält und der Leser ein „Oh das bin ja ich“ Gefühl hat, da er sich selbst in dem Post wiedererkennt. Zuletzt ist es wichtig selbstbewussten Content zu erstellen. Dabei darf auch gern ein wenig geprotzt werden den „Eine Löwen kümmert es nicht was Schafen über ihn Denken.“ Leute kaufen lieber von jemand der von sich überzeugt ist und diejenigen die sich davon gestört fühlen würden meist sowieso nicht kaufen.

Formen der Beziehung

Neben gutem Content muss man auch tatsächlich social sein in seinen Posts. Wie bei non-verbaler Kommunikation ist das wie man mit seinen Followern/Fans umgeht häufig wichtiger als das was (ist der tatsächliche Inhalt). Es sollten nicht einfach nur Inhalte vorgesetzt werden sondern eine soziale Interaktion begonnen werden. Es kann nach einer Meinung gefragt werden, sich auf vorherige Fan Posts bezogen werden oder ähnliches. Wichtig ist, dass man Interesse für den anderen zeigt.

Community Management (Transformation)

Sobald man sich eine oder mehrere Communities aufgebaut hat, müssen diese betreut werden. Dazu gibt es von Calvin Hollywood eine Checkliste für die Teilnehmer der hashtag.business:

  • Pro Community eine Gruppe (lieber kleine aber fokussierte Gruppen zB. für Workshop-Teilnehmer)
  • exklusiv und wertvoll (exklusiver Content nur für die Gruppe, wertvolle Inhalte für Mitglieder)
  • Moderation der Beiträge (Reizüberflutung durch unmoderierte Beiträge verhindern)
  • eigene Promo und Werbung (von Anfang an klar kommunizieren das der Admin auch Promo macht)
  • Support (dem Nutzer Mehrwert zeigen)
  • Influencer (unten mehr dazu)
Kooperationen (Viralität)

Zusammenarbeit mit Menschen die eine ähnliche, aktive Zielgruppe haben. Aktiv bedeutet nicht nur viele Follower sondern auch tatsächliche Interaktion.Eine Möglichkeit der Zusammenarbeit ist die Nutzung von Gastposts. Im Endeffekt ein ähnliches Konzept wie bei Gast-Blogbeiträgen nur zum Beispiel in Form eines Gast-Facebookposts. Dabei schreibt man unter eigenem Namen von dem Account eines Influencers. Wichtig ist es dabei, das der Zielgruppe Mehrwert geboten wird damit sie den Post als hilfreich und nicht als störend wahrnimmt.

 

Falls ihr noch mehr über Calvin Hollywood wissen wollt, könnt ihr euch den gesamten Vortrag hier ansehen.

 

So ein Saftladen – Community Management a la true fruits (Nic Lecloux)

 

Ebenfalls ein sehr interessanter Vortrag auf der hashtag.business kommt von Nic Lecloux, einem der Gründer von true fruits und dort für das Marketing zuständig.

Bei true fruits steht ein Prinzip im Mittelpunkt: Ehrlichkeit.

Auf diese ehrliche Art und Weise macht true fruits was man als Inbound Marketing versteht (auch wenn es in dem Vortrag nicht so genannt wird). Anstelle klassische Werbung über das Fernsehen oder auch Facebook zu machen, will das Unternehmen Menschen durch Unterhaltung anziehen und durch ein hochqualitatives Produkt überzeugen. Im Endeffekt bietet true fruits ein stylisches (wird von Kunden auf Instagram gepostet), hochqualitatives (sonst ist langfristiger Erfolg nicht möglich) Produkt das sie mit Witz und ehrlicher Kommunikation präsentieren. Den Rest machen zufriedene Kunden und Mund-zu-Mund-Propaganda von alleine.

Allerdings gibt es immer wieder Menschen auf Social Media Kanälen die denken sie könnten sich im Internet alles erlauben. Viele Firmen reagieren auf so etwas zurückhaltend. Nicht so true fruits. Der Tipp von Nic ist sich so zu verhalten wie man es auch im Freundeskreis tun würde. Ist jemand zum ersten Mal unhöflich und das in einem vertretbaren Rahmen? Dann kann man ihn freundlich darauf hinweisen, das sein Verhalten nicht ok ist. Allerdings sollte man auch klar zu seiner Meinung stehen und niemanden „in den Arsch kriechen“.

Trotzdem ist es wichtig die Balance zu halten. Falls jemand eine konstruktive Frage oder Anregung hat sollte darauf schnell und hilfreich reagiert werden. Durch diesen hilfreichen Umgang auf der einen und ehrlichen, direkten Umgang auf der anderen Seite kann eine Community erzeugt werden die tatsächlich social ist.

Zum Abschluss true fruits Verständnis von Social Media Management in ihren eigenen Worten:

  • Marketing ist das Spiegelbild der Menschen, die hinter einer Marke stehen. Social Media wird nicht von Firmen gemacht, sondern von Menschen.
  • Everybody’s Darling is everybody’s Arschloch.
  • No Bullshit. Nicht in den Arsch kriechen.
  • Keine Mundsperre: Sag deine Meinung.
  • Keine Angst vor den Reaktionen.

 

Social Media Marketing im B2B-Umfeld – KRONES zeigt, wie’s geht (Maria Seywald)

 

Obwohl sie sich selbst als „Veranstaltungsspießer bezeichnet hat, war der Vortrag von Maria Seywald für mich einer der interessantesten Vorträge der  hashtag.business. Der Grund dafür ist, dass viele Leute behaupten Social Media würde nur für B2C funktionieren und nicht für B2B. Maria Seywald hat hier eindrucksvoll das Gegenteil erwiesen.

Was macht die Krones AG?

Die Krones AG ist ein großer Maschinenbauer und stellt vorwiegend Abfüllmaschinen für die Getränkeindustrie her. Es handelt sich also um ein klassisches B2B Unternehmen. Trotzdem setzte die Krones AG Social Media erfolgreich für ihr Unternehmen ein.

Wie ist das möglich? Die Antwort ist einfach:

Business to Business ist immer auch B2H, also Business to Human. Auch im B2B Sektor arbeiten nur Menschen die mit Social Media erreicht werden können.

Trotzdem ist es natürlich unrealistisch anzunehmen, dass Social Media in Bereichen wie dem Maschinenbau zu einer signifikanten Menge an Verkäufen führen würde.

Daher stellen sich die Fragen:

Warum überhaupt Social Media im B2B?

  • Dialog: Kunden, Interessenten oder Bewerber treten durch Kommentare oder Nachrichten in den Dialog mit dem Unternehmen.
  • Gezielte Ansprache: Follower/Fans/Besucher können gezielt angesprochen und auf ihre Anliegen/Anfragen reagiert werden. Es ist möglich Anfragen an die korrekten Ansprechpartner im Vertrieb oder HR weiterzuleiten.
  • Menschen erreichen: Sehr wichtig für Branding Zwecke. Sowohl potentielle Mitarbeiter als auch Kunden würden eher mit einem Unternehmen zusammenarbeiten, dass sie durch Social Media kennen gelernt haben und dem sie Vertrauen.

 

Wer genau ist die Zielgruppe im Social Media Marketing der Krones AG?

  • Die eigenen Mitarbeiter: Können sich besser mit dem Unternehmen identifizieren. Tragen zum Content bei.
  • Potentielle Kunden und ihre Mitarbeiter: Wie zuvor erwähnt arbeiten auch im B2B nur Menschen. Gerade auf Facebook sind schon heute viele Entscheidungsträger zu finden. Aber auch andere Kanäle wie Youtube oder Blogs sind eine gute Möglichkeit potentiellen Kunden ein tieferes Verständnis für das eigene Unternehmen zu vermitteln.
  • Jeder mit Interesse: Bei Social Media ist grundsätzlich jeder mit Interesse eine wichtige Zielgruppe. Wenn jemand sich ausgerechnet den Instagram Account eines Maschinenbauers anschaut
Content Marketing der Krones AG

Jetzt wissen wir warum Social Media auch im B2B Bereich Sinn macht und welche potentiellen Zielgruppen es gibt. Aber was für Content produziert Krones eigentlich?

Einer der ersten Kanäle für die Krones AG war Youtube . Seit 2010 ist Krones auch bei Facebook aktiv und seitdem sind viele weitere Kanäle dazugekommen. Für ein B2B Unternehmen ist Krones also immer vergleichsweise früh dabei, was sicher zum Erfolg des Unternehmens auf Social Media beiträgt. Ein interessantes Beispiel ist der Instagram Account. Hier werden die Maschinen des Herstellers durch die Kreation des Hashtag #germanblingbling auf eine witzige Art und Weise präsentiert. Das zeugt von einem guten Verständnis für den Geschmack der User und für die Art von Kommunikation die auf Social Media funktioniert.

Merken

Zusätzlich betreibt das Unternehmen 3 Blogs: einen Corporate Blog, einen Azubi Blog und einen Craft Beer Blog. Wichtig ist bei diesen Blogs, das der Content authentisch ist. Daher wird zum Beispiel der Azubi Blog von Auszubildenden gesteuert und mit Content gefüllt. Der Craft Beer Blog ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Unternehmen auf einen Trend in seiner Industrie aufspringen kann. In diesem Fall hat Krones erkannt das Craft Beer in der Getränkeindustrie ein interessanter Trend ist und seine Chance genutzt.

Insgesamt kann man den Content der Krones AG in 3 Kategorien einteilen:

  • Technisches (Maschinen auf Instagram und Youtube, technische Themen im Blog)
  • Menschliches (ehemalige Mitarbeiter, Weihnachtsaktionen, Mitarbeiter erzählen von ihrem Job, Spenden)
  • Tagesaktuell (Kommentar zur EM, Ankündigungen für Events)

Dabei achten Krone stets darauf, dass sie ihre technischen Themen mit einer witzigen Herangehensweise präsentieren wie im Fall von #germanblinbling.

Erfolgsmessung der Social Media Aktivitäten

Wenn ein Unternehmen so viel Energie in Social Media Arbeit steckt, möchte es natürlich auch wissen ob sich der Aufwand gelohnt hat. Da direkte Verkäufe nicht das unmittelbare Ziel der Social Media Arbeit sind, müssen andere KPI’s gewählt werden. Daher hat Krones einen eigenen Social Media Score entwickelt, der in diesem Video sehr gut erklärt wird:

 

Fazit: Auch im B2B Bereich arbeiten nur Menschen (B2H -Business to Human) die ihr über Social Media Kanäle ansprechen könnt. Der Fokus sollte hier nicht auf direktem Verkauf liegen sondern mehr auf Branding fokussiert sein. Social Media ist ein gute Methode um einen Dialog zu starten und vertrauen aufzubauen, auch im B2B.

 

Snapchat, WhatsApp, Livestream – Arbeitgebermarketing bei REWE (Melanie Berthold, Maren Kaspers)

 

Bei REWE wird Social Media vor allem für das Arbeitgebermarketing verwendet. Gerade im Bereich Azubis aber auch beim Verkaufspersonal hat REWE in den nächsten Jahren einen sehr hohen Bedarf an Mitarbeitern. Da die Zielgruppe zum Großteil jung ist, ist Social Media genau das richtige Medium um diese zu erreichen.

Auf den Social Media Kanälen sollen die trockenen Fakten auf eine emotionale Art und Weise präsentiert werden. Dazu gibt es bei REWE verschiedene Content Formate:

  • Vorstellung der Mitarbeiter. Die verschiedenen Berufsfelder von Rewe werden von Mitarbeitern aus diesem Bereich vorgestellt und ein Einblick in ihr Arbeitsleben gegeben.
  • #teamHR: Unter diesem Motto wird die Personalabteilung und ihre Mitarbeiter präsentiert. So haben Bewerber das Gefühl die Verantwortlichen im HR bereits zu kennen.
  • Weihnachtsgewinnspiel: In dem gezeigten Clip erklären kleine Kinder Berufe bei Rewe. So wird auf eine spielerische und emotionale Weise das Thema Beruf und Familie angesprochen.

Auch bei REWE spielt das Thema Community Management eine wichtige Rolle. Dabei legt REWE Wert auf eine schelle Beantwortung von Anfragen (2h), darauf detailliert zu antworten und auf Cross-Channel-Kommunikation. Das heißt, dass möglichen Mitarbeiter von WhatsApp über Facebook und Snapchat viele verschiedene Kanäle geboten werden um mit einem HR Mitarbeiter von REWE in Kontakt zu treten.

Snapchat ist ebenfalls ein wichtiger Kanal für REWE. Im Vortrag wurden dabei 4 Best Practice Beispiele direkt aus dem Unternehmen gezeigt:

  • Employee Takeover – Mitarbeiter zeigen Arbeitsalltag und nutzen den Account von REWE
  • FAQ-Stunde – HR Abteilung beantwortet häufige Fragen
  • Event-Live-Berichte (Messen, Veranstaltungen, Azubi-Speeddating)
  • Mitarbeiterinterviews

Insgesamt ein sehr interessanter Vortrag, an dem sich viele Unternehmen ein Beispiel für ihr Employer Marketing nehmen können. Firmen können es sich bei sinkenden Schulabgänger-Zahlen nicht mehr leisten nur auf traditionellen Kanälen nach Mitarbeitern zu suchen und REWE hat das verstanden.

 

Snapchat, Instagram, Tinder & Co. – Wie SIXT besondere Wege geht (Christoph Assmann)

 

Sixt geht häufig innovative Wege im Marketing. Dabei probiert das Unternehmen gerne neue Kanäle aus und ist zurzeit auch viel auf Snapchat unterwegs.

Hier sind die Gründe warum Sixt findet das Snapchat wichtig ist:
  • Testlabor für Millenians. Was kommt bei Millenians an?
  • Wird von der Jugend stark genutzt. Zukünftige Kunden kommen schon früh mit dem Unternehmen in Kontakt.
  • Möglichkeit „first mover“ zu sein, sich also vor anderen Unternehmen eine Position auf der Plattform etablieren.
  • Snapchat wächst stark.

Ein großes Problem in einer Welt in der Menschen über tausend Werbeeindrücken ausgesetzt sind, ist die reduzierte Aufmerksamkeitsspanne. Viel Content wird daher nur überflogen und irrelevanter Content ignoriert.

Hier kann Snapchat ansetzten, da der Nutzer ohne Algorithmus aktiv entscheidet was er sehen will. Daher ist es zwar schwieriger Follower auf Snapchat zu bekommen ist als auf Facebook aber diese wählen den Content bewusst und konsumieren diesen intensiver (bei Facebook nur 1,7 sec pro Video). Außerdem ist der Content bei Snapchat mobile first und damit optimal für den Konsum mit dem Handy geeignet (Video nur in Hochformat). Auch durch die spontane Produktion und die reduzierte Technik fühlt sich Snapchat natürlicher und weniger gestellt an als andere Kanäle.

Hier ist eine Auswahl der Inhalte, die Sixt auf Snapchat verwendet:

  • Außergewöhnliche Fahrzeuge
  • Relevante Events (Pen + Tablet + Künstler = Kreative Snaps)
  • Gesellschaftliche Ereignisse
  • Echtzeit Marketing ( z.B. zur Oscar Wahl – ausgezeichnet di Cabrios )
  • Influencer Kooperation (Account Takeover – Influencer übernimmt den Account)

Vielleicht ist da ja die eine oder andere Anregung für euch dabei 😉

Neue Kanäle ausprobieren und kreativ werden

Auch über Snapchat hinaus zeigt SIXT sich kreativ in der Auswahl der Marketing Kanäle. So hat das Unternehmen einen Tinder Account angemeldet bei dem ein weiblicher Account mit dem Slogan „Abschleppdienst“ männliche Kunden angesprochen hat:

„Wenn du auch keine Lust auf etwas Langfristiges hast und nur ein schnelles Abenteuer und etwas neues zum ausprobieren suchst, dann sollten wir uns dringend bei mir treffen. Ich binde mich auch nie zu lange an einen Partner und verbringe meine Wochenenden gerne auf Tour. Gerne auch mit Dir! Mehr Einblicke von mir gibt es auf unter @sixtdetuschland. Ich freue mich auf dich 😉 P.s: Ich bleibe auch über Nacht.“

Der Account wurde zwar letztlich von Tinder gesperrt, allerdings hat sich die Aktion bis dahin schon verbreitet und wurde von verschiedenen Branchen-Magazinen wie t3n aufgegriffen.

Auch die GIF Datenbank von Sixt ist eine interessante Art von Content. Diese GIFs können auf vielen Kanälen, zum Beispiel zum reagieren auf Kommentare, eingesetzt werden. Speziell zur EM wurden passende GIFs mit dem ehemaligen Trainer Thorsten Legat erstellt, welche sehr gut den Humor von Sixt verdeutlichen. Hier könnt ihr euch die Sammlung anschauen.

Echtzeit-Marketing

In Echtzeit auf Ereignisse zu reagieren und dazu passendes Marketing zu machen ist ein wichtiger Teil der Sixt Marketingstrategie und wird für alle Online Kanäle genutzt.

Hier wird zum Beispiel auf den momentanen Trend der Facebook AGB Nachricht aufgesprungen:

Gerade bei Trends die wirklich nur einen Tag relevant sind, muss ein guter Ablauf im Social Media Team gewährleisten sein, um rechtzeitig reagieren zu können. Bei Sixt ist das Ziel am Vormittag ein Thema zu identifizieren und bis zum Abend oder spätestens nächsten Tag passenden Content zu veröffentlichen. Daher hat das Social Media Team von Sixt einen speziellen Arbeitsablauf der dies ermöglicht:

  • Social Media Monitoring (welche Themen sind momentan aktuell?)
  • Team „Ideendusche“ (Wie kann man das gewählteThema auf SIXT anwenden?)
  • Social Media Team (Wie konkret soll das Thema für Social Media aufbereitet werden?)
  • Grafik
  • Herstellermarketing (Anfrage beim Hersteller des beteiligten Autos nach Freigabe)
  • Freigabe
  • Veröffentlichung auf allen Kanälen parallel

Schleichwerbung im Social Web (Niklas Plutte)


Der Vortrag von Anwalt Niklar Plutte war vielleicht nicht der aufregenste Vortrag der hashtag.business aber trotzdem von großer Bedeutung, da hier noch viele Fehler gemacht werden .

Anhang einiger Beispiele wurde gezeigt, was Schleichwerbung ist und wie große Stars und Marken durch unzureichende Kennzeichnung regelmäsig gegen geltendes deutsches Recht verstoßen.

Damit ihr nicht dieselben Fehler macht hier ein paar Tipps aus dem Vortrag:

Der Anschein der Neutralität ist entscheidend. Auf eurer Facebookseite/Blog/etc. dürft ihr gerne Werbung machen ohne diese zu Kennzeichnen, da hier nicht der Anschein geweckt wird, dass ihr neutral gegenüber dem Produkt seit.

Auf den eigenen Kanälen ist Werbung ohne Kennzeichnung also ok, aber wie sieht es mit Kanälen von Kooperationspartnern oder Fans aus? Hier sind 2 Faktoren von Bedeutung:

  • Wurde ein Produkt kostenlos zur Verfügung gestellt oder wurde Geld gezahlt?
  • Ist der Empfänger im Gegenzug zu einem Post verpflichtet?

Falls direkt Geld geflossen ist, ist der Fall eindeutig und der Kooperationspartner muss seinen Post als Werbung kennzeichen (wie er das tun muss, dazu gleich mehr).

Falls nur ein Produkt (zum Beispiel für einen Test) zur Verfügung gestellt wurde, ist es entscheidend, ob der Empfänger zu einem Post verpflichtet ist. Falls er zu einem Post verpflichtet ist, muss der Post ebenfalls als Werbung gekennzeichnet werden.

Wie muss Werbung gekennzeichnet werden?

Die Kennzeichung muss so deutlich sein, dass der Verbraucher sofort weiß, dass er es mit Werbung zu tun hat.

Beispiele für korrekte Kennzeichnung

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Gesponsort? Laut Niklas Plutte nicht transparent genug

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Digital Durchstarten – Ihre Kunden sind mobil, sind Sie es auch? (Ruben Schultz)

 

Der letzte Vortrag der hashtag.business kam direkt von Facebook, vom Account Manager DACH – Ruben Schultz.

Laut einem aktuellen ComScore Report wird in den USA bereits 65% aller Zeit mit Digitalen Medien an Mobiltelefonen oder Tablets verbracht. Auch in Europa geht die Entwicklung in die selbe Richtung. Daher muss Online Marketing heutzutage auch immer Mobile Marketing sein. Diese Entwicklung hat Facebook erkannt und richtet seine Plattform auf diese Entwicklung aus.

Wie muss Marketing das mobile first ist also aussehen?

Die Konkurrenz auf Facebook sind nicht andere Firmen sondern die Posts von Freunden und Familie der Nutzer. Darauf müssen sich Marketer einstellen und Content produzieren, den Menschen gerne konsumieren, kommentieren und teilen.

Eine mögliche Technik ist dabei Storytelling. Dem Nutzer wird eine Story erzählt, welche sich über mehrere Videos verteilt. Hat ein Nutzer das erste Video gesehen wird im das zweite Video gezeigt und so weiter. Der Facebook Ad Manager ermöglicht es Videos auf diese Weise den richtigen Nutzern zur richtigen Zeit zu zeigen.

Auch Personalisierung ist ein wichtiger Schritt zum Erfolg mit Facebook Ads. Falls der Kunde das Gefühl hat der er speziell angesprochen ist, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher das er mit der Ad interagiert.

Custom Audiences sind ein mächtiges Tool im Facebook Marketing das bessere Ergebnisse bringt als reines Interessen Targeting. Mit Hilfe dieser Funktion, ist es möglich sehr spezifische Zielgruppen zu erstellen. Zum Beispiel Fans der eigenen Facebook Seite, welche zuvor die eigene Webseite besucht haben und ein bestimmtes Alter haben.

Local Awareness Ads sind bisher nur in den USA verfügbar aber werden auch in Europa früher oder später an Bedeutung gewinnen. Hier werden Ads auf Basis der Position eines Nutzers ausgespielt. Befindet sich dieser zum Beispiel innerhalb von 100m von eurem Laden, gehört eurer Zielgruppe an und ist bei Facebook eingeloggt, bekommt dieser eine Ad von euch eingespielt.

Mein Fazit der hashtag.business

Meine erste Social Media Konferenz war direkt ein Treffer und ich war sehr zufrieden mit den Vorträgen und den interessanten Gesprächen während der Pausen. Hier stichpunktartig noch meine wichtigsten Insights der Konferenz:

  • Mobile is really, really first!
  • Social Media muss auch tatsächlich Social sein.
  • Ehrlich sein und mit gutem Content/Produkt begeistert führt zu einer loyalen Community.
  • Versucht neue Kanäle aus und werdet kreativ.
  • Social Media ist mehr ein Branding als ein Sales Kanal.
  • Auch im B2B Bereich kann Social Media angewandet werden.
  • Echtzeitmarketing ist nicht einfach aber erfolgreich.
  • Seit vorsichtig mit Schleichwerbung und korrekter Kennzeichnung.

 

Damit ist mein Bericht über die hashtag.business zu Ende. Ich habe viel gelernt und freue mich bereits auf die Konferenz nächstes Jahr.

Ich hoffe der Artikel war hilfreich und hat euch ein paar wertvolle Erkentnisse über Social Media gebracht. Falls ihr mehr Artikel lesen wollt, dann schaut euch doch den Rest meines Blogs an oder tragt euch unter diesem Artikel in den Newsletter ein.

 

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